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1871: Sande - Jever - Vereinigung

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Beschreibung der Bahnlinie von 1915

Quelle: Jahresbericht über die Betriebsverwaltung der Oldenburgischen Eisenbahnen 

Die eingleisige Bahn ist von Sande bis Jever als Hauptbahn und von Jever bis zur Landesgrenze als vollspurige Nebennahn erbaut.

Sie verläßt den auf +1,25 liegenden Bahnhof Sande der Strecke Oldenburg-Wilhelmshaven in nordwestlicher Richtung und behält diese Richtung, nur durch kurze Krümmungen unterbrochen, bis Jever bei. Bis Ostiem durchläuft sie die Marsch und dann bis Jever Geestländereien. Beim Haltepunkt Sanderbusch, km 2,30, schneidet sie die Chaussee Sande-Jever in Schienenhöhe und folgt ihrem Zuge, neben dem südlichen Straßenkörper herlaufend, bis km 5,35. Auf dieser Strecke überschreitet sie den Ems-Jade-Kanal auf eiserner Drehbrücke und das Upjeversche Tief auf fester eiserner Brücke. Die Bahn verläßt nun die Chaussee und erreicht hinter dem Haltepunkt Ostiem, km 6,65, ihren höchsten Punkt, +4,60, bei Bahnhof Heidmühle, km 8,34, wo ein Nebengleis nach der Sandgrube abzweigt, und hinter dem die Bahn die Chaussee Sande-Jever zum zweiten Male in Schienenhöhe schneidet. Von hier aus fällt sie, die alte Richtung beibehaltend, bis auf +3,28, duchläuft bei km 10.00 den Haltepunkt Siebethshaus, schneidet nochmals die Chaussee Sande-Jever in Schienenhöhe und erreicht bei km 12,96 den Bahnhof Jever (+3,55), dessen Mittelbahnsteig mittels Unterführung schienenfrei zugänglich ist.
Die Fortsetzung der Bahn bildet den auf oldenburgischem Gebiet liegenden Teil der ostfriesischen Küstenbahn von Jever über Norden nach Emden. Sie durchläuft von Jever bis zur Landesgrenze ausschließlich Marschländereien, wendet sich hinter Jever mehr nach N.N.W., sinkt bis auf +1,158, überschreitet das Mühlentief auf eiserner Brücke und den Schenumer Weg in Schienenhöhe, erreicht bei km 15,94 den Haltepunkt Vereinigung und geht dann hinter der Landesgrenze bei km 16,06 auf preußisches Gebiet über.

Von den Stationen dienen Sanderbusch, Ostiem, Siebethshaus und Vereinigung nur dem Personenverkehr, Sanderbusch ist außerdem für die Abfertigung von Kleinvieh in einzelnen Stücken, sowie von regelmäßigen Brot- und Milchsendungen eröffnet; Heidmühle und Jever dienen auch dem Güterverkehr und sind mit den dazu erforderlichen Gebäuden, Gleisen und sonstigen Einrichtungen, sowie mit Kreuzungsgleisen versehen. Heidmühle und Jever sind mit Wasserstation ausgerüstet; in Jever befindet sich ein Lokomotivschuppen und eine Lokomotivdrehscheibe. Jever ist Sitz einer Bahnmeisterei. Auf den Stationen der Strecke Sande-Jever ist die Bahnsteigsperre eingeführt. In Jever ist eine Bahnsteigüberdachung vorhanden.

An größeren Überbrückungen von Wasserläufen sind vorhanden:
1. km 2,72, Eiserne Drehbrücke über den Ems-Jade-Kanal mit 2 Öffnungen von 7,60 m Stützweite
und 6,65 m Stützweite
2. km 4,16, Eiserne Brücke über das Upjeversche Tief mit 5,35 m Stützweite
3. km 14,67, Eiserne Brücke über das Mühlentief mit 5,55 m Stützweite

An Unter- und Überführungen sind vorhanden:
1. km 12,90, Personentunnel auf Bahnhof Jever 3,50 m weit
2. km 15,25, Viehdurchlaß, 2 m weit, mit eisernem Überbau von 2,50 m Stützweite
3. km 15,26, Viehdurchlaß, 2 m weit, mit eisernem Überbau von 2,50 m Stützweite

Wichtigere Straßen- und Chausseeübergänge in Schienenhöhe befinden sich in km 1,1, 2,35, 8,55, 10,80, 13,16.

Auf der Strecke Sande-Jever beträgt das größte Neigungsverhältnis 1:200 und der kleinste Krümmungshalbmesser rd 700m. Die Oberbauanordnung besteht auf freier Strecke und in den durchgehenden Bahnhofsgleisen aus der Form 6e, in den übrigen Bahnhofsgleisen zum größten Teil aus der Form 6, zum geringeren Teil aus der älteren Form B. Die Gleisbettung besteht zum größten Teil aus Steinschlag, im übrigen aus Sand.

© 1997-2012 Oliver M. Westerhoff