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1917: Schnellzuglokomotive, S 10 (1 C 1-HSL-(LV)), Baureihe 16.0

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1917: Schnellzuglokomotive, S 10 (1 C 1-HSL-(LV)), Baureihe 16.0

1917: Schnellzuglokomotive, S 10 (1 C 1-HSL-(LV)), Baureihe 16.0

Die Lokomotive Nr. 266 "BERLIN", gebaut 1916 bei HANOMAG unter der Fabriknummer 8000

Technische Daten der Lokomotive:

Bauart 1C1-h2 Heizfläche 186,8 qm
Treib- / Kuppelraddurchmesser 1980 mm Zylinderdurchmesser 580 mm
Laufraddurchmesser vorn 1100 mm Kolbenhub 630 mm
Laufraddurchmesser hinten 1100 mm Leergewicht 68,9 t
Länge über Puffer 20650 mm Dienstgewicht 74,0 t
Höchstgeschwindigkeit 100 km/h Reibungsgewicht 45,4 t
Kesselüberdruck 14,0 bar Tender 2'2' T 20
Rostfläche 3,0 qm Baujahr 1916

Beschreibung der Lokomotive

Ein starkes Anwachsen des Verkehrs auf den Hauptstrecken nach 1914 machte die Beschaffung einer dreifach gekuppelten Schnellzuglokomotive erforderlich. Wegen der geringen Achsfahrmasse von 15-16 t konnte man nicht auf eine bewährte preußische Bauart zurückgreifen. Nach den Entwürfen Ranafiers wurde bei HANOMAG eine Schnellzuglokomotive mit der bei dieser Gattung eher seltenen Achsfolge 1 C 1 entwickelt und in nur drei Exemplaren geliefert.

Bei dieser ersten oldenburgischen Heißdampflokomotive kam wegen der billigeren Unterhaltung ein Zwillingstriebwerk mit Lentz-Vetilsteuerung zur Anwendung. Die Laufachsen waren als Adamsachsen ausgeführt, die Spurkränze der Treibräder um 10 mm geschwächt. Äußerlich auffällig ist ein gewisses Mißverhältnis zwischen den Abmessungen von Kessel und Laufwerk. Dies ergab sich aus der Forderung nach der Achsfahrmasse von maximal 15 t. Wegen der besseren Gewichtsverteilung mußte die hintere Laufachse weiter zurückgesetzt werden. Hieraus ergab sich ein unruhiger Lauf besonders bei Geschwindigkeiten zwischen 70 und 100 km/h.

Im Betrieb bereitete auch die zunächst eingebaute Stahlfeuerbüchse Probleme. Die Rohre an der Feuerbüchsrohrwand waren nicht dicht. Auch kupferne Rohrvorschuhe und selbst eine später eingebaute kupferne Feuerbüchse brachte keine Verbesserung.

Am 24. Januar 1917 verließ die Lokomotive Nr. 266 "BERLIN" als 8.000ste Lokomotive festlich geschmückt in den oldenburger Landesfarben die Werkhallen der HANOMAG. Die Lokomotiven der Gattung S 10 waren die letzte selbständige und zugleich kostspieligste Entwicklung der Oldenburgischen Staatsbahn. Alle drei Lokomotiven wurden von der DRG übernommen und als einzige Vertreter ihrer Art in die Baureihe 16 eingestellt. Nach insgesamt nur 10 Betriebsjahren schieden sie jedoch bereits 1926 wieder aus dem Dienst aus.

Skizze der Lokomotiven

Skizze der S 10

Skizze der oldenburgischen S 10

Quelle: Krauth: Dampflokverzeichnis der Oldenburgischen Staatsbahn, 1968

Weitere Bilder der S 10

S 10 Nr. 266 "BERLIN"

S 10 Nr. 266 "BERLIN"

S 10 Nr. 266 "BERLIN"

S 10 Nr. 266 "BERLIN" auf einer Ansichtskarte der Hanomag.

S 10 Nr. 266 "BERLIN"

S 10 Nr. 266 "BERLIN" bei der Auslieferung in Hannover.

S 10 Nr. 266 "BERLIN" Schnittzeichnungen

S 10 Nr. 266 "BERLIN" Schnittzeichnungen

S 10 Nr. 266 "BERLIN" während des Baues

S 10 Nr. 266 "BERLIN" während des Baues

S 10 Nr. 266 "BERLIN" während des Baues

S 10 Nr. 266 "BERLIN" während des Baues

S 10 Nr. 266 "BERLIN" bei der Übergabe

S 10 Nr. 266 "BERLIN" bei der Übergabe an die Abordnung der G.O.E.

© 1997-2012 Oliver M. Westerhoff